Vor 12 Jahren kam Ralf Enderlin zu Eaton Electric. Heute ist er als technischer Bereichsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz tätig. Trotz seines intensiven Terminkalenders und arbeitsreicher Wochen hat er seine Wurzeln im schönen Schwarzwald nicht vergessen. Mit unserer Kollegin Stefanie hat er sich über den Einsatz von USV-Anlagen, USV-Wartung und Pflege, die RZ-Norm EN50600 sowie allgemeine Perspektiven in der IT-Branche unterhalten. Mehr dazu in unserem Interview.

Kannst du dich bitte kurz für unsere Leser vorstellen?

Ralf Enderlin: Ja gerne. Mein Name ist Ralf Enderlin, ich komme aus Deutschland – in der Nähe vom schönen Schwarzwald. Seit ca. 12 Jahren bin ich bei Eaton Electric als technischer Bereichsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz tätig. Wartungen und Inbetriebnahmen von USV Anlagen sowie das Projektmanagement sind meine Hauptaufgabe.

Was wartet Eaton genau?

Ralf Enderlin: Unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Bei Problemen mit dem öffentlichen Stromnetz übernehmen wir die sichere Stromversorgung, indem wir eine neue Wechselspannung erzeugen. Um einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können, müssen die Anlagen gewartet werden – die Wartungen sind allerdings sehr intensiv vor allem um die Verfügbarkeit sicherzustellen. Und die Kundenbedürfnisse.

Wo wird eine USV-Anlage generell eingesetzt?

Ralf Enderlin: Der Schwerpunkt liegt bei Rechenzentren. Allerdings ist das Rechenzentrum ein sehr sensibler Bereich, weil dort viel Datenkommunikation – Datentraffic – stattfindet. Ob in der Medizin, in der Industrie, oder in Nischenprojekten – z.B. Luxus Schiffe, auf denen ihre Besitzer USV-Geräte für ihre Spielhallen benötigen – USV-Anlagen in Rechenzentren sind sehr gefragt.

Welche Modelle gibt es bei den USV-Anlagen?

Ralf Enderlin: Es gibt dynamische und statische USV Anlagen. Dynamische Anlagen haben einen rotierenden Speicher aber auch eine Netzersatzanlage für längere Überbrückungszeiten. Statische USV Anlagen haben hingegen eine typische Batterieanlage in verschiedenen Ausführungen und werden entweder offline, line-interactive oder online betrieben.

Die Online USV-Anlage – die sicherste von allen – arbeitet ständig zwischen Netz und Verbraucher und bietet daher die größte Sicherheit. Es findet ständig eine Umwandlung der Spannung in Gleich- und Wechselspannung statt. Ralf Enderlin

Technischer Bereichsleiter DACH, Eaton Electric GmbH

Eaton USV-Anlage 93PM (30-500kVA) ist beispielsweise eine statische USV

Offline, line-interactive und online – kannst du das bitte noch näher definieren?

Ralf Enderlin: Gern. Offline ist die günstigste Variante, da springt die USV Anlage nur bei kurzen Stromausfällen an, ansonsten läuft sie auf Standby Modus. Die Line Interactive arbeitet ständig neben dem Netz mit, aber nur bei echten Störungen greift die USV Anlage ein. Die Online Anlage – die sicherste von allen –  arbeitet ständig zwischen Netz und Verbraucher und bietet daher die größte Sicherheit.  Es findet ständig eine Umwandlung der Spannung in Gleich- und Wechselspannung statt.

Welche Do´s und Dont´s gibt es bei der USV Wartung und Pflege?

Ralf Enderlin: Die Infrastruktur muss richtig ausgelegt sein. Für USV Anlagen verwendet man gern z.B. zwei Zuleitungen um mehr Sicherheit zu erreichen. Auf keinem Fall versuchen, alles selbst in die Hand zu nehmen. Eine Beratung und ein Service durch einen Projektingenieur ist hier das A und O.

Was sind dabei die 5 wichtigsten Punkte?

Ralf Enderlin:

1. die Inbetriebnahme

2. der Batterietest

3. die Kommunikation mit dem Kunden

4. die Integration der Anlage in ein IT Netz und

5. die Wartung der Anlage

 

So wie ein Arzt mit seinem Patienten, checken wir den Gesundheitszustand der Anlage und gehen systematisch vor. Diese sind vor allem für einen langfristigen und sicheren Betrieb wichtige Bausteine.

Technischer Bereichsleiter bei Eaton Electric, Ralf Enderlin

Die Norm EN50600 ist aktueller denn je – wie siehst du das Thema?

Ralf Enderlin: Erstens: die EN50600 ist heutzutage als einzig durchgängige Lösung ein wichtiges Element beim Rechenzentrumsbau. Zweitens: mit der Zertifizierung kann man gegenüber dem Kunden großes Vertrauen aufbauen. Ein Riesenvorteil. Dabei nicht zu vergessen: für Strom gibt es verschiedene Anforderungsklassen wie die Verfügbarkeit – wie sie genau klassifiziert wird – ist in der EN50600 genau definiert.

Damit ist ein A/B System gemeint?

Ralf Enderlin: Richtig. Ein solches System hat mit der Verfügbarkeit zu tun. Wenn die Glühlampe bei mir zu Hause kaputt geht, ich aber ein zweites Licht habe, ist in jedem Fall eine Notbeleuchtung garantiert. So ist es auch bei der USV Anlage.

EPS feierte heuer 20-jähriges Firmenjubiläum. So lange besteht auch schon die Partnerschaft mit Eaton. Wie kam es zu dieser Beziehung?

Ralf Enderlin: Eaton ist in Deutschland sehr stark präsent, wir hatten aber in Österreich keine eigene USV Service Organisation, denn alles wurde von Deutschland aus getätigt. Wie es der Zufall oft will – EPS kannte ich schon länger, denn EPS verkaufte damals bereits die USV Anlagen von Eaton. Höchstes Vertrauen in euch war der Grund für unsere Entscheidung, die Techniker von EPS auszubilden und gemeinsam zu schulen.

Wo siehst du den Bereich Rechenzentrum und USV Anlagen in den nächsten Jahren?

Ralf Enderlin: USVs werden immer gebraucht insbesondere in Rechenzentren. Es wird immer mehr Daten geben – durch Smartphones, autonomes Fahren, Vernetzung von Verkehrsmitteln. Viele Serverräume und Datenzentren wird es geben müssen, um diesen Traffic zu handeln. Die Tendenz ist also Edge Rechenzentrum.

Kannst du das kurz erklären? Was genau versteht man unter „Edge Rechenzentrum“?

Ralf Enderlin: Edge Rechenzentrum bedeutet, die Datenverarbeitung erfolgt da, wo die Daten entstehen. Durch effizientere Batteriespeicher können diese Speicher aber auch vielseitiger genutzt werden. Heute kommt ein Speicher nur in Einsatz, wenn das Versorgungsnetz Probleme aufzeigt. Zukünftig wird man diese Speicher auch nutzen um am Regelmarkt teilzunehmen.

Was denkst du über das Thema „Cloud-Computing“?

Ralf Enderlin: Cloud ist tatsächlich ein Thema – auch für Eaton. Dadurch wird es weniger eigene Rechenzentren geben, aber schließlich muss auch die Cloud ihre Daten verarbeiten, transportieren und speichern. Wichtig dabei ist: Rechenzentren müssen energieeffizienter werden und zu jeder Zeit den Datentransfer sicherstellen  – also mehr USV Anlagen – und langfristig mehr Service. Ich denke wir sind also alle auf dem richtigen Weg – innovativ und vorausschauend.

 

Danke für deine Zeit und das Interview, Ralf.

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